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zur Person

  • Mag. Ed Wohlfahrt ist selbstständiger PR-Berater in Klagenfurt (Österreich), Obmann des Vereins der Kärntner Freunde des Internets sowie Mitver- anstalter des BarCamp Kärnten 2007.

die Agentur

  • Die im Februar 2007 gegründete Agentur "Ed Wohlfahrt - Public Relations & Social Media" bietet Expertise in den Bereichen Public Relations und Organisations- kommunikation, Corporate Social Media (zB Weblogs), online Kommunikation, online Reputation, online Marketing sowie Blog-Monitoring.

Donnerstag, 15. Mai 08

Neue soziale Bewegung aus dem Netz

Die Proteste gegen die Inbetriebnahme des AKW Zwentendorf 1978 sowie die Besetzung der Haimburger Au sechs Jahre später, markieren wichtige Daten in der Genese neuer sozialer Bewegungen in der Alpenrepublik. Der mittlerweile verstorbene Günther Nenning, er war eine Galionsfigur der Grünen Bewegung, erschien mit einem Hirschgeweih am Kopf zur Pressekonferenz was ihm promt den Namen "Auhirsch" einhandelte und die Grüne Bewegung nahm von diesen beinahe schon mythischen  Anlässen ausgehend ihren erfreulichen Aufschwung.

Das ist jetzt 30 Jahre her und soziale Bewegungen gibt es immer noch. Es muss nur zB in Klagenfurt ein Gasdampfkraftwerk, ergendwo in Autobahnzubringer oder der Bau einer zusätzlichen Landebahn geplant sein, schon greifen beherzte Menschen zu Plakatschreibern und werfen den Kopierer an. Wobei Plakatschreiber und Kopiergerät eigentlich Tools von gestern darstellen.

Im britischen Guardian lese ich gerade eine Story, die die Bedeutung von Sozialen Netzwerken insbesondere für die Umweltbewegung hervorstreicht. Satte 96 Prozent aller 11 bis 18 Jähriger US-Amerikaner, einer Umweltthemen gegenüber besonders affinen Zielgruppe, wären Mitglied in einem Social Network, heißt es im Bericht.

"So when you consider that protecting the environment is a passion of many young people, the potential power of influence of Web 2.0 for the green movement is phenomenal (...) It is, therefore, imperative that our young citizens are given a fair hearing on the decisions that current leaders are making - and online social networking can help achieve this. The opportunities it offers play to the skills of young people. Web 2.0 emphasises online collaboration and sharing among users."

Hier steht eigentlich alles drinnen, worum es geht. Es geht unter anderem darum, Gehör zu finden, Breitenwirkung zu erzielen, darum, Teilhabe am Meinungsbildungsprozess zu erleichtern, gemeinschaftlich dezentral tätig sein zu können und Information rasch und zu günstigsten Konditionen unter eine möglichst hohe Zahl themenaffiner Mitstreiter zu bekommen. Social Networks bieten dafür perfekte Bedingungen.

Und aus PR-Sicht nur folgendes: Es ist offensichtlich, dass die Notwendigkeit bereits jetzt gegeben ist und noch weiter steigen wird, die Beziehungen zu bestehenden oder latenten Zielgruppen auch auf die Spähre des Social Webs auszudehnen bzw. diese Beziehungarbeit hier maßgeblich zu verstärken. Warum? Weil man seine Dialogpartner anderenfalles schlicht und einfach nicht (mehr) dort "abholt" bzw. anspricht, wo sie sich befinden. Und das kann sich gute Kommunikationsarbeit einfach nicht leisten.

mehr bei Pressetext.at

Mittwoch, 14. Mai 08

Kununu: Arbeitgeber am Prüfstand

Kunudu_ed_wohlfahrt Es ist jetzt ein paar Jahre her, da saß ich in einem PR-Jour Fixe. Mitten im Gespräch beklagte sich der Kunde, dass das Unternehmen bei Bewerbern ein Problem hätte. Einmal quantiativ - es kamen einfach zu wenig auf die Idee, sich bei diesem Unternehmen zu bewerben, selbst auf großflächige Inserate hin; einmal qualitativ - weil die Bewerber, die dann beim Personalchef tatsächlich vorstellig wurden, oft nicht die gewünschten Qualifikationen mitbrachten.  Mit einem Wort: Das betreffende Unternehmen war unter denen, die es eigentlich ansprechen wollte zu wenig attraktiv und bekannt. Blöd, blöd!

Aber was tut man wirklich, um als Arbeitgeber entsprechend attraktiv zu sein? Ich meine neben einer fürstlichen Bezahlung, 10 Wochen Urlaub und täglicher Gratis-Maniküre für jeden Arbeitnehmer? Na gut von sich reden machen natürlich! Die Mitarbeiterleins happy machen und sie so dazu bringen, dass sie - ganz natürlich und glaubwürdig - Mundpropaganda für das Unternehmen machen. Was man noch machen kann: zB die interne Kommunikation verbessern, Anregungen einsammeln, zuhören, etc. Alles einfacher gesagt als getan!

Vor allem in Zeiten wie diesen, wo sich Arbeitnehmer eifrig unterhalten und so zu Botschaftern des Unternehmens werden. Am Chef, an der Marketing- und an der PR-Abteilung vorbei, die im STANDARD, und in den SN die Inserate schalten - die großen nämlich - in denen sie sich selbst erzählen, dass sie ein toller Arbeitgeber sind (und es sich am Schluss dann glauben auch noch).

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Dass die Gespräche von ArbeitnehmerInnen im Zeitalter des Mitmach-Webs auch online ablaufen, hat sich ein findiges Unternehmen aus Wien mit einer Web 2.0 Plattform namens Kununu zunutze gemacht. Hier mehr Infos zum Unternehmen.  Auf Kununu können sich Arbeitneher über ihre Arbeitgeber austauschen und diese bewerten. Ätsch! Wer sich anmeldet kann Unternehmen auf neue Kommentare hin auch ganz einfach beobachten. Sieht dann so aus.

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Tolle Sache! Mit ein paar Klicks ist man gescheider und kann so möglicherweise abstoppen bevor man einen Job antritt, der einem überhaupt nicht behagt.

Am Spiel steht nicht weniger als die Reputation von Firmen und ihr Standing als attraktiver Arbeitgeber.  Als PR-Verantwortlicher einer Firma XY würde ich mir das Portal gleich doppelt genau ansehen. Möglicherweise ergeben sich aus dem Feedback Chancen, die interne Kommunikation des Unternehmens zu hinterfragen oder dafür, die Außenwirkung in weiterer Folge so zu verbessern, dass man sich vor Blindbewerbungen gar nicht mehr retten kann, weil man einfach irrsinnig attraktiv ist als Arbeitgeber. Und wollen wir das nicht alle?

Und für alle die sich jetzt fragen WAS kununu heißt die Auflösung: Der Begriff stammt aus der Sprache der Suaheli, heißt "unbeschriebenes Blatt" und meint all jene Firmen, über die auf Kununu (noch) keine Bewertungen abgegeben wurden. Klever!

Feedback auch wenn's weh tut

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Mit der Möglichkeit, Unternehmen Feedback zu geben, ist es so eine Sache. Im Grunde hat man als Kunde oftmals das Gefühl, es würde eh niemand wirklich interessieren. Die Bank of America hat sich im September 2007 dazu entschlossen, ihren Kunden die Möglichkeit zu geben, die Services der Bank zu bewerten. Kunden können sich nun über ihre online-ID einloggen und dem Bankinstitut frei von der Leber weg hier Feedback geben. Seit Einführung des Services haben sich mehr als 3.400 (!) Kunden die Mühe gemacht und der Bank ihre kostbare Meinung kundgetan. Man stelle sich das in diesem hochsensiblen Bereich Bankwesen hierzulande einmal vor. Man stelle sich zudem vor, dass ein Unternehmen, ein sehr großes Unternehmen, aufhört, wie eine Glucke auf ihrem Markenkern zu sitzen bzw. davon abgeht, so gut es geht versucht, alle diesem Markenkern entgegen gesetzten Gespräche zu unterbinden, und wenn man dazu Geld ausgeben muss (Imagekampagne, etc.).

Die Frage, warum die Bank of America von dieser, lange Zeit als einzig gültig betrachtenen Vorgehensweise abrückt, ist berechtigt. Die Antwort aber vielleicht ganz einfach. Dies deshalb, weil sich Kunden ja ohnehin andauernd unterhalten und ihre Erfahrungen austauschen. Ganz egal ob nun Online oder offline. Da denkt sich die Bank of America "Na wenn sie das schon tun, dann doch bitte gleich auf unserem Portal". Nicht unclever!

Dass man auf der Bank of America Homepage ganz schön herumsuchen muss (gelang mir überhaupt erst durch die Suchfunktion...), um zum Review-Bereich zu gelangen, ist ein Zeichen dafür, dass die bewahrenden Kräfte noch immer ziemlich stark sein müssen. Ein weiteres Indiz dafür ist auch, dass man zuerst die positiven Bewertungen eingespielt bekommt und dann erst nach "lowest rating" gewichten muss, um zu den wirklich negativen Bewertungen zu kommen. Aber Kommentare wie die nachstehend abgebildeten überhaupt auf einer Corporate Seite zuzulassen, das finde ich schon sehr vorausschauend.

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Meine Bank, ich bin sehr zufrieden mit ihr, bietet derlei Services nicht an. Warum auch, da könnte man doch schlecht bewertet werden und dann lesen das auch noch alle. Womöglich die Konkurrenz, die sich ins Fästchen lachen wird. Peinlich! Und unsere Geschäfte sind doch so super sensibel... No way!

Ich für meinen Teil denke darüber nach, jede Seite meiner gerade in Überarbeitung befindlichen Homepage mit einer Kommentarfunktion auszustatten. Was für die Bank of America gilt, trifft im Kleinen ja auch für mich zu: Die Menschen unterhalten sich. Warum ihnen nicht die Möglichkeit geben, diese Unterhaltung auf meiner Hompeage zu führen, oder?

via Boston Globe

Dienstag, 13. Mai 08

Es Gästen einfach machen mit SERP

Wer hat gewußt, dass Google auf die Suchanfrage Stadtplan + "stadt" einen Google-Map samt Startadresse ausspuckt, mit der man total easy durch unbekanntes städtisches Terrain navigieren kann? Ganz ehrlich, wer hats gewußt?

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Derlei Google-Kniffe nennen sich Serps (Search Enginge Result Pages). Hier gehts zur Info. Ich bin gestern beim Lesen des Internet Magazins (danke Markus!) drüber gestolpert und hab es als Kuriosität, in die Schublade "Wissen, das die Welt nicht braucht" gegeben. Weit gefehlt! Logischerweise hat das ganze - würden bloß viel mehr Leute davon wissen - auch touristische Relevanz. Das meinen auch die Blogger vom Tourismuszukunft-Blog. Und so habe ich mir mal angesehen, welche Österreichischen Städte dieses Google-Feature bereits "können". Bekanntlich kommt ja jetzt irgendwann die EURO. Das Ergebnis: Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck sind vorne dabei. Bregenz, Eisenstadt und Klagenfurt dümpeln hinter her. Wird wahrscheinlich mit den Bevölkerungszahlen zu tun haben. Aber ob Google zB. für Klagenfurt ein Auge zudrückt, wo doch gleich sooo viele Menschen kommen werden zu uns?

AG Social Media gegründet

Lese bei Klaus Eck gerade über die jüngst erfolgte Gründung der Arbeitsgemeinschaft Social Media. Wie ich auf ihrer Internetrepräsentanz - sie ist natürlich ein Blog, was sonst?! -  lese, wird sie sich

...an der Erforschung des Web 2.0 beteiligen sowie an der Entwicklung von Meßstandards mitwirken, die den Mechanismen des Web 2.0 gerecht werden sollen. Eine internationale Standardisierung und Kooperation auf dem Gebiet der Social Media-Forschung wird angestrebt Zugleich zählt der Verein die Interessensvertretung und Lobbyarbeit, etwa für Blogger sowie andere Social Media-Produzenten und -Betreiber, zu seinen Aufgaben.

Finde ich eine extrem tolle Sache, da ich denke, dass das Arbeiten an gemeinsamen Standards und Methoden ein inegraler Teil der Professionalisierung ist bzw. dazu einen großen Beitrag leisten kann.

Freitag, 09. Mai 08

Im Grenzgebiet den Usancen von online PR auf der Spur

So mancher Blogger hat von Unternehmen und PR-Agenturen schon Presseaussendungen geschickt bekommen. Bei mir kommt das ziemlich selten vor. Aber das ist mir nur recht! Über die Tatsache, dass die Kommunikation mit Bloggern aus Sicht von PR-Agenturen keine leichte ist, habe ich hier am Blog bereits mehrfach gesprochen. Wie reagieren die Agenturen? Zum Beispiel mit der Herausgabe von Guidelines für ihre Angestellten, mit markigen Aussagen wie Steven Rubenstein oder einfach damit, dass man Blogger behandelt wie Journalisten halt auch, was natürlich auch fürchterlich in die Hosen gehen kann. Florian Ranner aus Augsburg bewegt sich mit seinem Blog im Grenzgebiet zwischen Online, Journalismus und PR und  alleine diese Tatsache ist Grund genug, sich mit dem Umgang von PR-Agenturen mit Bloggern bzw. mit den daraus resultierenden Erfahrungen auseinander zu setzen. Zu diesem Zweck hat er eine Umfrage online gestellt, die versucht, dem oftmals leider völlig verkorxten Verhältnis dieser beiden Player auf die Spur zu kommen. Ich bin schon auf die Ergebnisse gespannt.

Hier geht es zum online Fragebogen.

Ich finde die Idee ausgezeichnet. Je mehr wir über das Thema schließlich erfahren, desto unverkrampfter das ganze. Und wenn der Rahmen, in dem kommuniziert wird unverkrampft ist, dann ist ein wichtiger Grundstein für eine funktionierende Kommunikation schon mal gelegt.

100 Punkte! Das Karlsruher Manifest zur Fairen Kommunikation

Auf Bernd Röthlingshöfers Blog steht: "Gegen Marketing-Gesülze bin ich übrigens allergisch. Sie auch?" Doppelt interessant wenn diese Worte aus der Feder eines Fachjournalisten und Keynotespeakers stammen der sich vornehmlich mit - bingo! - innovativem Marketing beschäftigt. Der Author war gestern für eine Gastvorlesung an der Merkur Internationalen Fachhochschule in Karlsruhe (Studiengang Internationales Marketing). Hier übrigens das Blog der Fachhochschule. Die nachfolgende Diskussion mit den Studierenden muss extrem fruchtbar gewesen sein. Dabei herausgekommen ist nämlich ein lesenswerter Blogpost mit einem noch viel lesenserteren Karlsruher Manifest. Im Blogpost heißt es etwa:

Wir haben es satt, von Spam, Lügen und Bullshit belästigt zu werden. Es nervt uns, wenn uns Banner die freie Sicht auf Webseiten versperren. Wir wollen nicht eine Tonne Werbemüll als Altpapier entsorgen müssen. Wir hassen Gewinnspielanrufe. Wir wollen nicht mit Telefonrobotern sprechen. Wir sind es leid, immer nur Kunden und nie Menschen zu sein. Wir haben das Recht unseren Informationsmix selbst zu bestimmen.

und weiter:

Eigentlich glasklar, wie Menschen angesprochen und umworben werden sollen. Bloß kommunizieren viele Unternehmen nicht so, wie wir uns das wünschen. Sie sind einfach nicht fair zu uns. Damit sie es künftig leichter haben, das Richtige zu tun, hier die Leitsätze für ein Faires Kommunizieren in Werbung, Verkauf, PR.

"Sie sind nicht fair mit uns"... Oh mann! Da bekomme ich schon wieder mal kräftig Gänsehaut. Hier die 21 Punkte des Karlsruher Manifests ich unterschreibe jeden einzelnen davon.

1.    Ich respektiere mein Gegenüber.
2.    Ich bin ehrlich.
3.    Ich rede und höre zu.
4.    Ich bin freundlich, höflich und hilfsbereit.
5.    Ich nerve nicht und dränge nichts auf.
6.    Ich nutze nicht aus und zocke nicht ab.
7.    Ich bin offen für Kritik und nutze Feedback.
8.    Ich stelle kompetente Gesprächspartner zur Verfügung.
9.    Ich respektiere die Privatsphäre meines Gegenübers.
10.  Ich halte Grenzen ein.
11.  Ich pflege persönliche Beziehungen.
12.  Ich bringe jedem Wertschätzung gegenüber.
13.  Ich kommuniziere offen und transparent.
14.  Ich kommuniziere verständlich und verständnisvoll.
15.  Ich achte stets auf beidseitigen Nutzen.
16.  Ich halte meine Versprechen.
17.  Ich baue langfristige und  nachhaltige Beziehungen auf.
18.  Ich gebe Fehler zu.
19.  Ich nehme mir Zeit.
20.  Ich respektiere Individualität und kulturelle Unterschiede.
21.  Ich übernehme Verantwortung für mein Handeln.

Jaja, diese Regeln gelten doch für uns alle, nicht wahr? Nein, gelten sie nicht! Und so selbstveständlich die Punkte hier daherkommen, so selbstveständlich sollten wir darüber nachdenken, unsere Kommunikation hinterfragen, uns Gedanken machen zu unserem Gegenüber, unseren Kunden, unseren Strategien, persönlichen Zugängen und Zwängen. Ich werde mir die Punkte ausdrucken und auf Karton aufziehen. Sie kommen neben den vor mir aufgepinnten Zettel auf dem steht: "Jeder erfolgreiche Unternehmer ist immer auch ein entschlosener Unterlasser".

Donnerstag, 08. Mai 08

Wenn fiktive Personen bloggen

Swiffer_2 Wenn man krank das Bett hütet, dann liest man eine Menge. Das ist zwar gut - man kommt schließlich selten genug dazu - andererseits auch wieder schlecht. Weil Fieber + Kopfweh + Lesen = Kopfweh x Kopfweh (also Kopfweh zum Quadrat!). Egal. Gestern Agend jedenfalls schmökerte ich wieder mal in Robert Scobles & Shel Israels "Naked Conversations", einem Buch, das ich jedem nur empfehlen kann. Und es ging in dem Kapitel gerade darum, was ein Blog so richtig mies macht. Der Umstand zB, dass man anstelle von echten Personen, also Leuten, die ein Gesicht und im besten Falle sogar eine Geschichte haben, irgendwelche Zeichentrickfiguren bloggen lässt, hinter denen sich dann echte Personen - also quasi "unechte" - verstecken können. Und dabei fiel mir eine Story ein, über die ich vor längerer Zeit mal hier am Blog berichtet habe. Dem Blog von Swiffer.

Auch hier ging eine fiktive, sprich unechte Bloggerin zu Werke und produzierte irgendwelchen Procter&Gamble Marketing Mist (ähem, meinte natürlich "Mix"...) Ich offe wenigstens, dass die umsetzende Agentur dabei kräftig cashen konnte... Und wenn ich mir Scoble so durchlese, dann passt das mittlerweile klammheimlich eingestellte Swiffer-Blog sehr gut zum (ebenfalls eingestellten) Blog der zum L'Oreal Konzern gehörenden Marke Vichy, der eine imaginäre Frau namens Claire bloggen ließ. Beidesmal klappte es nicht. Beidesmal konnten die kommunikativen Zielsetzungen, die Kontaktaufnahme mit einer wie immer gearteten passion based audience wohl offensichtlich nicht erreicht werden. Wieso sonst sind beide Blogs wieder von der Bildfläche verschwunden? Blogs leben nun mal von der Echtheit besser, dem wirklichen Vorhandensein und von der Autentizität seiner Autoren. Daran führt kein Weg vorbei. Andererseits können der einen oder anderen Agentur schon mal die Finger jucken, die dann so etwas vorschlägt, das seitens des Kunden, naja, nicht ein so übermäßig großes Envolvement erfordert, und doch in Richtung Social Media geht. Irgendwie zumindest. Dann gibt es einen Kunden, der zuerst "ja" sagt, später nach Ergebnissen fragt und außer (im besten Falle) Erregung in Bloggerkreisen meistens nichts an Outcome sieht. Und wenn etwas nicht funktioniert, na dann schließen wir das Kapitel einfach wieder. Klappe zu, Blog tot. Abschließend noch eine Gleichung: Klappe zu + Blog tot = Chance vertan

Links: Mehr zum Theme Vichy-Blog gibts auf GlobalNeighbourhoods

In Sachen Blog-Rolle oder Wie doof man manchmal ist

Wenn ein anderer Blogger auf mich linkt, ich meine, das kommt selten genug vor, was tu ich dann? Na mir dieses Blog mal gründlich ansehen. Das habe ich gerade mit jenem von Detlef Müller gemacht. Sehr lesenswert wie ich finde. Ja und was tu ich dann noch? Na in die Blog-Rolle schauen bzw. zu einem kleinen Kind mutieren, das seinen Namen sucht (als ob damit ein Stein vor den anderen rollen würde...) Und was tu ich dann noch? Na mich wahnwitzig darüber freuen, dass ich in der Blogrolle vertreten bin, ganz einfach. Ja und wenn das ganze so leicht ist mit den Freundlichkeiten im Mitmach-Web, mit den Minimalanforderungen sozusagen, zu denen es zB. gehört, anständig zu zitieren und Aufmerksamkeit mit anderen zu teilen, dann frage ich mich bloß, welcher wilder Affe mich bloß geritten hat, als ich damals meine eigene Blogroll weggelöscht habe??! Ich werde das gleich wieder ändern, wiewohl die Typelists meines Blog-Betreibers ganz schön tricky sind... Noch etwas: Ich habe kürzulich gelesen, dass es im Grunde ein Geschenk allererster Güte darstellt, wenn man gelesen wird. Diese deshalb, weil die Aufmerksamkeit so knapp, die anderen Medien und ihre vielen Inhalte so dermaßen präsent sind, dass es fast an ein Wunder grenzt, dass es Leute gibt, die zB das lesen was ich hier zu vermelden habe. Und auch deshalb mal ein Danke an alle die das tun!!!

Mittwoch, 30. April 08

Huber Trikot: Werbung unter der Gürtellinie

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Die EURO naht mit riesigen Schritten. Die Folge: Derzeit kann man nicht mal das Keks aufreißen, das einem zum Kaffee gereicht wird, ohne dass man mit dem Thema Fußball zugedröhnt wird. Im Gespräch sagte mir heute ein Werber, Grafiker, ein Branchenversteher und -kenner also, dass das Aussehen von Werbung viel über ein Unternehmen, besser die ihm innewohnende Denke aussagt. Logisch eigentlich! Aber so klar wie heute war mir das eigentlich noch nie. Egal. Derzeit ist also Fußball angesagt. Und jedes dahergelaufene Unternehmen vom Dackdeckermeisterbetrieb, über die Post AG bis zum Lokal um die Ecke oder meinetwegen dem Unterhosenfabrikanten - alle machen in ihrer Werbung auf Fußball. Weil sie müssen. Ist doch schließlich Fußballeuropameisterschaft in wenigen Wochen. Da heißt es kommunikativ "mitfahren" und irgendetwas daherbrabbeln, das mit Fußball zu tun hat, koste es was es wolle.

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Auf der durchaus ansprechenden Homepage von Huber lernt man eine ganze Menge über die Herstellung des edlen Fadens, den handverlesenen Stoffe der neuen Kollektion, der Tradition des Unternehmens, etc. Die derzeit affichierten Plakate sprechen eine andere Sprache wobei mir nicht gänzlich klar ist, ob diese Sujets jetzt einfach "passiert" sind, wie in Unternehmen halt immer wieder mal was passiert oder ob das einfach nur bitterer Ernst ist, was mir da vorgesetzt wird. Ich meine Die Fußballvokabel "an die Latte", "Strafraum", "Freistoß", etc. auf derart plumpe, unwitzige, undurchdachte, derbe, offensichtliche, unsubtile, drittklassige Art umzusetzen, finde ich einfach nur noch peinlich. Sagt uns diese Firma nicht eigentlich ganz was anderes? "Kauft unsere Unterwäsche ihr schwanzgesteuerten Primaten. Ach ja und verpasst euren geistig unterbelichteten und stets willigen Frauen ruhig noch ein paar Freistöße wenn sie aus dem Laden mit der richtigen Unterhose heimkommen." Das zumindest ist meine Leseart. Und ich hasse es wie die Pest, als Adressat solch drittklassig-primitiver Botschaften herhalten zu müssen.

Montag, 28. April 08

What's hot? Twitter gibt Auskunft

Trendwatching

Stolpere gerade über eine ziemlich abgefahrene Form des eMonitorings. Die Microblogging-Plattform Twitter kann man bekanntlich nicht nur auf bestimmte Begriffe hin scannan und die Ergebnisse abonieren (das ist sehr praktisch, erzeugt nur halt auch tonnenweise Content, den es von Zeit zu Zeit zu durchforsten gilt. Die Perlenwahrscheinlichkeit ist jedoch sehr hoch), darüber habe ich hier gebloggt. Man kann sich auch ansehen, welche Begriffe bei den Twitter-Usern gerade Hochkonjunktur haben. Das geht zB mit einem Dienst namens Twist, der mit damit versucht Trends abzubilden. Sieht witzig aus und macht wie zB. bei solchen Suchanfragen Sinn. Auch zwei Begriffe können auf die Anzahl der Nennungen auf Twitter abgefragt und dargestellt werden. Und so wird zB auch klar, dass Obama auf Twitter die größere "Nummer" darstellt, also mehr Nennungen erzielt und damit auch mehr im Gespräch ist, als die gute/böse/keine Ahnung Hillary. Regional heruntergebrochen liefert das ganze noch recht wenig Stoff aber das kommt vielleicht noch, wenn in absehbarer Zeit noch mehr Menschen zu Microbloggern mutieren (Bergriff: Microblogging). 

Dove vs. Greenpeace: Unternehmen im online Gespräch

Viele können sich noch an dieses Video des Kosmetikkonzerns Dove erinnern. Es zeigt, wie eine junge hübsche Dame so lange retuschiert wird, bis sie zu einem nichtssagenden Plakat-Monster wird (nach dem wir uns alle dem Kopf verrenken). Dove geht im Marketing unverkennbar neue Wege (Stichwort: echte Schönhei) und setzt dabei unter anderem auch sehr stark auf online Videos. Videos übrigens, auf die genau das zutrifft, wie so manche Agenturen ihren Kunden Viralmarketing schmackhaft macht oder zu machen versucht. Sie verbreiten sich dank Videodiensten und Blogs in Windeseile durch das Netz, da sie von Usern einfach an ihren Freundeskreis weitergeschickt werden. Digitale Mundpropaganda, online gestütztes Word of Mouth, etc. pp. Schade dass nicht jedes YouTube Video "viral abgeht" weil die Gleichung Video + Viele Leute + Weiterschicken = Viralmarketing häufig so gar nicht aufgehen will. Aber das ist eine andere Geschichte. Greenpeace jedenfalls hat erkannt, welchen Erfolg Dove mit Videos wie diesem im Netz hat und setzt nun genau hier an. Für die Verbreitung seiner eigene Botschaft übrigens, von der ich mir nicht klar bin, ob sie Dove so gefallen wird.

Hier übrigens das Original von Dove

Gefunden bei Mrs. Zuckerwatte

Freitag, 25. April 08

onlinePR braucht Regeln!

Ninagarcia Durch die US-Klatschpresse geistert gerade das Gerücht, Nina Garcia, die Mode-Hohepriesterin der renommierten Modepostille Elle wäre hinausgeworfen worden. Mein Gott, soll vorkommen. Interessant ist an der Sache ist, dass die nicht weniger renommierte Agentur Rubenstein Public Relations für Garcia spricht. Als nun in den online Gossiping-Foren das Gerücht auftauchte, Rubenstein PR würde im Namen seiner Celebrity-Kundin Mitarbeiter einsetzen, die auf verschiedenen US-Blogs under cover für sie posten, griff dies Shel Holtz hier auf. Mit dem Resultat, dass sich wenig später dieser Kommentar bei ihm einstellte. Nicht von irgend einem Mitarbeiter, nein! Vom Boss höchst persönlich. Sauber gemacht. Was steht das?

Our company policy - which everyone here signs - is to ID who you are and who you work for when posting a comment online (...). When we post, we believe in full transparency because it’s both the right thing to do and it’s good business. Steven Rubenstein / Rubenstein Associates

Wir lernen: Rubenstein betreibt eMonitoring und dieses funktioniert. Es dauerte nicht einmal einen Tag bis auf das Blogpost eine Antwort eintraf. Geantwortet wurde nicht von einem "Schmiedl" wie wir in Österreich salopp sagen würden, sondern vom Schmied, dem Boss selbst. Drittens offenbart uns Steve Rubenstein sein Verständnis von Offenheit und Transparenz, wenn er seine MitarbeiterInnen offenbar sogar unterschreiben (!) lässt, dass sie, wenn sie posten, sagen MÜSSEN, wer sie sind und für wen sie arbeiten. Das finde ich einigermaßen geschickt, dies bei der Unterfertigung des Dienstvertrages gleich mit hineinzupacken. Um sich als PR-Agentur vor derlei Dingen zu schützen ist eine Blog-Policy meiner Einschätzung nach äußerst ratsam. Auch in PR-Agenturen soll es ja vorkommen, dass Dinge in bester Absicht aber dennoch komplett daneben bzw. nicht von der Führung abgesegnet passieren. Gut, wenn man sich dann als Chef hinstellen und sagen kann, diese Fake-Kommentare können gar nicht von uns sein, denn wir haben dafür verbindliche Regeln. Oder sagen wir es so: Es gibt meiner Meinung nach ein wesentlich besseres und professionelleres Bild ab.

Nachschlag: Ehrensache, dass Holtz die schnelle Reaktikon von Steven Rubenstein dazu veranlasste, hier nochmals in Sachen Garcia & Rubenstein PR Stellung zu nehmen. Diesmal positiv.

Noch etwas in Sachen "Macht der Blogs": Meine Suche nach "rubenstein pr" lieferte auf google.com folgendes Ergebnis. Der Rubenstein-kritische Blogpost rangiert im Suchergebnis derzeit auf Platz 3, direkt unter dem offiziellen online-Zuhause der Agentur.

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Social Marketing mit Pep!

Junge_wirtschaft

Die Junge Wirtschaft veranstaltet ein Sommerfest genannt "Nacht der Jungen Wirtschaft". Hm. Das alleine reißt ja noch nicht wirklich jemandem vom Hocker. Wäre da nicht eine Agentur mit einer Idee, die mich dazu bringt hier darüber zu bloggen.

Weil das Sommerfest unter dem Motto "Junge Helden" (= Jungunternehmer...) steht, und Helden bekanntlich Augenmasken tragen, zumindest gilt das für Zorro, besteht die schriftliche Einladung unter anderem aus einer Augenbinde. Mit dieser Augenbinde kann man ein Foto machen, und dieses auf den Fotostream der Jungen Wirtschaft hochladen lassen. Der Fantasie sind wie immer keine Grenzen gesetzt wie dieses Bild hier beweist. Der Besitzer des Bildes mit den meisten Klicks fliegt zum Weltcongress der Jungen Wirtschaft nach Indien. Jürgen, der die Sache hier auf seinem Blog erklärt, legte in der Konzeption großen Wert darauf, die Bälle flach zu halten, also es den Teilnehmern zB nicht selbst zu überlassen, die inhalte hochzuladen. Ein einfaches eMail plus Anhang tut es schließlich auch. Und wie es aussieht, klappt es ganz gut. Was "nebenbei" sicher auch ganz gut funktioniert, ist die (onlinegestützte) Mundpropaganda unter denen, die bislang ein Bild auf Flickr gestellt haben. Auch so damit werden letztlich Veranstaltung und der Veranstalter selbst zum Thema :)

Fazit: Das ist jetzt alles nicht nochtrabend technisch sondern eine witzige Idee, eine Veranstaltung, ihr Thema, ihre Idee (Helden) durch den Einsatz von Social Media Werkzeugen zusätzlich zu pushen. Und das finde ich sehr gelungen. Die Herausforderung liegt wie so oft darin, die herumliegenden Werkzeuge des Mitmach-Webs auf eine konkrete Zielsetzung hin sinnvoll einzusetzen.

Mehr "Social Marketing mit Pep!" »

Mittwoch, 23. April 08

In Sachen User generated Content

Wer User einbindet, wer User nach ihrer Meinung fragt, bekommt manchmal Antworten, die er möglicherweise gar nie wollte. Ein hier gefundenes Beispiel aus der Offline Welt untermauert dies eindrucksvoll. Da fällt einem spontan der Satz ein "Na fragen wird man dann ja wohl noch dürfen?!" :)

Helloneighbors_4

Freitag, 18. April 08

Blogger Relations a la Pleon

Bild_1_2 Was in den Sphaeren des Mitmach-Webs fuer Werber und Marketer gilt, gilt insbesondere auch fuer PR-Agenturen: Sie betreten Neuland. Der Frage wie man mit Bloggern umgehen soll ist dabei eine nicht unwesentliche. Gestern bekam ich eine Presseaussendung von der Deutschen Post zum fuer mich denkbar unspannendem Thema "DHL startet internationale Initiative "Discover Logistics" und wundete mich sehr.

Wie kann es sein, dass ein PR-Mensch wie ich eine Presseaussendung von so hoher Stelle bekomme?? Nachdem ich auf mein eMail von gestern bislang keine Antwort bekam, frage ich heute mal nach. Was mich naemlich interessierte war, ob ich die Aussendung vielleicht nur deshalb bekommen habe weil ich blogge. Die freundliche Dame der PLEON Berlin sah diesen Umstand als einen mehrerer moeglicher Gruende fuer die Aussendung an mich. Sie sagte es sei bei Pleon mittlerweile gaengige Praxis, in Abstimmung mit der hauseigenen Abteilung Online Relations (hoert hoert!) ausgewaehlte Blogger zu kontaktieren, fuer die das Thema der betreffenden Aussendung moeglicherweise interessant sein koennte. Dies geschieht jedoch so, dass man diese vorher telefonisch kontaktiert und fragt, ob dies auch gewuenscht sei, was in diesem Falle unterblieb.

By the way: Mir geht es hier nicht darum, auf eine Agentur hinzuhacken. Auch ich habe mit Sicherheit schoen des oefteren Aussendungen an ganz falsche Personen geschickt. Kann passieren, klar. Sollte aber nicht vorkommen.
Steht in jedem "PR-Fuer-Dummies"-Buch. Mir geht es darum, die offensichtlich gaengige Praxis von PR-Agenturen im - zugegebenermaßen - schwierigen Umgang mit der Dialoggruppe Blogger nachzuzeichnen bzw. hier zu diskutieren. Und ich denke, dass die Pleon daneben haut, wenn sie mir nichts dir nichts Blogger mit fuer sie irrelevanten Informationen beschickt. Ich weiß, es ist keine Absicht und die Tatsache dass ich eben beschickt wurde bietet mir erst die Moeglichkeit, hier darueber nachzudenken...

Es gibt Kollegen, die von Presseaussen an Blogger generell abraten. Ich teile diese Ansicht, wiewohl die Meinungen hier auseinander gehen koennen. Fakt ist jedoch, dass vor einer wie immer gearteten Kontaktaufnahme der PR-Agentur mit einem Blogger, das Lesen des betreffenden Blogs stehen sollte. Warum? Weil man nur so abschaetzen kann, ob die betreffende Information fuer den betreffenden Blogger von Interesse oder Nutzen sein koennte. Die Annahme naemlich, dass einen Blogger der ueber PR bloggt automatisch PR-Meldungen interessieren, wuerde ich naemlich nicht so ohne weiteres teilen.

Auch den Telefonanruf vor der Versendung einer Presseaussendung finde ich nicht unbedingt brickelnd. Warum? a) Weil ein Anruf doch recht offensiv ist b) weil mich dies als PR-Arbeiter nicht vom ToDo befreit, mich vorab zu informieren, worueber der betreffende Blogger so schreibt c) weil man Blogger Relations einfach nicht verstanden hat, wenn man einen Blogger anruft um ihn dann genau den gleichen Mist unterzujubeln, den man mit dem selben Tastenklick auch anderen 700 (Buerger-) Journalisten schickt. Wie koennte die Loesung aussehen? Darueber werde ich in einem anderen Blogpost schreiben :)

Der Pleon sage ich danke a) weil sie mich zum Nachdenken gebracht hat b) weil mein Kontakt am Telefon sehr offen und freundlich war und c) weil sie mit ihrer Vorgangsweise anderen PR-Treibenden dabei helfen, ihre Herangehensweise an das Thema Blogger-Relations zu hinterfragen bzw. zu optimieren. Wie gesagt: Das Thema ist relatives Neuland. Und Neuland will bekanntlich erschlossen werden. Schritt fuer Schritt.

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Mittwoch, 16. April 08

AA startet Krisenblog mitten in der Krise

Wann ist eigentlich die beste Zeit ein Krisenblog zu starten? In der Krise? Hm... zumindest für die Amerikanische Fluglinie AA (American Airlines) trifft dies zu. Nachdem man Reparaturen und Services an den Fluggeräten auf die lange Bank geschoben hatte mussten nun tausende Flüge gestrichen werden. Ein unglaubliches Chaos war die Folge als Zehntausende auf den Flughäfen festsaßen und nicht zur Hochzeit, zum Termin oder sonstwohin kamen. Was tat die Airline, eine Airline übrigens, die bis zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Social Media Aktivitäten unternommen hatte? Sie startete ein Krisenblog.

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Hängte dies aber nicht an die große Glocke. Und dies ist schon interessant weil man jetzt diskutieren kann ob es nicht gescheider gewesen wäre, früher ein Corporate Weblog hochzuziehen, das nun im Krisenfall über eine kritische Relevanz (Nutzerzahlen) verfügt hätte. Und diskutiert wird zB hier gerade heftig.

Aber egal. AA bzw. der Unternehmenssprecher bloggt und benutzt sein neues Kommunikationsvehikel dazu, den entstandenen Schaden zu begrenzen und, man höre und staune, zuzuhören.

While we can’t respond to every comment, we are listening. We will do our best to address overall issues and trends, and will respond to you in future blog posts.

Ob die AA nur dann zuhören kann oder will, wenn sie gerade in der Krise stecken? Hm... Das Blog jedenfalls ist moderiert und AA behält sich das Recht vor, Kommentare zu löschen. Viele Kommentare gibt es noch nicht, doch wie eingangs erwähnt, hängte AA den Start seines Blogs nicht an die große Glocke. Nicht ungeschickt, würde ich sagen. Andererseits: Das Beispiel zeigt meiner Meinung nach sehr schön, dass ganz junge Blogs in Krisen kaum eine "Feuerwehrfunktion" erlangen können, da sie ja gerade erst damit beginnen, Leserschaft aufzubauen bzw. in den Ergebnissen der Suchmaschinen aufzutauchen. Aber manchmal hilft es ja auch zeitgerecht Kriede zu fressen. Interessant am Blogprojekt von AA ist ferner, dass man zu einem stink-normalen und gratis verfügbaren Blogspot-Account griff. Was aber auch klar ist, schließlich mußte es ja schnell gehen.

Die Inhalte des Blogs - viel ist ja noch nicht zu sehen - zielen in Summe darauf ab, wütende Flugpassagiere mit den für sie nötigen Informationen zu versorgen. ZB. mit Videos auf YouTube Also: Wohin kann ich mich wenden. Wo erfahre ich welche Infos, etc.

Ich will hier nicht klugscheißern und sagen AA hätte wesentlich früher, in unverdächtigen Zeiten mit dem Bloggen beginnen sollen. Es ist ja schließlich nur die größte Fluglinie der Welt. Andererseits: Besser aus der Krise heraus mit dem Bloggen, mit dem offenen Dialog beginnen als gar nicht. Und überhaupt stellen Krisen ja angeblich die für Unternehmen fruchtbarsten Zeiten bzw. auch Chancen dar, die genutzt werden wollen. Fakt ist jedoch, dass für den Kommunikationsfall, den Ernstfall also, vorgesorgt werden muss. Dieser Kommunikationsfall muss ja nicht immer gleich der Kommunikations-Supergau sein. Doch tritt dieser Fall ein, sollten die Kommunikationskanäle "up and running" sein, wie es mein Ex-Boss so treffend sagte. Und nicht zuletzt auch dafür haben Kommunikationsmanager schließlich zu sorgen.

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Mit Weblogs durch und aus der Krise

Recht behalten im Mitmach-Web (2)

Die Zeiten in denen man im Internet tun und lassen konnte was man wollte sind definitiv vorbei. Und egal wo man mit Menschen in Sachen Mitmach-Web ins Gespräch kommt, eine der ersten Fragestellungen dazu ist meist rechtlicher Natur. Und hier ist guter Rat echt teuer. Umso besser dass ich hier bei Georg gerade über Franz Schmidbauer, einen Salzburger Juristen stolpere, der sich auf seiner Plattform Internetjurists mit vielen sehr interessanten und das Mitmach-Web betreffenden Fragestellungen beschäftigt.

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Über Martin Sablatnig, den Experten der Kärntner Wirtschaftskammer, der sich auf diesem Gebiet ebenfalls bestens auskennt, habe ich hier bereits gebloggt.

Internet-Recht ist ja grundsätzlich nichts Neues (mehr), doch denke ich, dass das Social Web die Juristerei - wie unter anderem auch die PR Branche - vor ganz neue Herausforderungen stellt. Was tun beispielsweise bei digitaler Rufschädigung? Wohin sich wenden, wenn unter falschem Namen gepostet wird. Was bedeutet Forenhaftung konkret? Fragen, auf die internet4jurists konkrete Antworten liefert.

Ein Buchtipp dazu: Ganz brauchbar fand ich als Nicht-Jurist auch das Buch von Volkmer / Singer (2008): Tatort Internet. Das Handbuch gegen Rufschädigung, Beleidigung und Betrug im Internet. Zu beziehen beispielsweise bei Amazon.de

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Mittwoch, 19. März 08

Google loves Wordpress: Absoluter Ranking Wahnsinn!

Die Bloggerei macht mich manchmal wirklich staunen. Ein Beispiel: Als Kärntenblogger fuhr ich heute Vormittag nach Wernberg und besuchte einen Friseurladen wie man ihn wahrscheinlich nicht überall finden wird (Bericht dazu hier am Kärntenblog). Ich habe den Blogpost heute, Mittwoch, um exakt 17.18 Uhr online gestellt.

Onlinepr

Die Folge daraus: Vor fünf Minuten, also ca. um 20.00 Uhr (das sind nicht mal 180 Minuten später) sah ich, dass die Suchmaschine Google.at den betreffenden Blogpost auf die Suchanfrage "haare schneiden" hin von ca. 291.000 Suchergebnissen auf Platz acht (!) ausspuckt.

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Das ist doch wohl absolut krass, oder? Kann es sein, dass hier ein Algorithmus verrückt spielt ist oder ist das, worüber ich mich hier "aufpudle" eh ganz normal?? In Beratungsgesprächen weise ich immer natürlich immer wieder mal darauf hin, wie suchmaschinenrelevant die Bloggerei ist bzw. sein kann. Dieses Beispiel hier haute mich aber fast um.

Ed sagt FROHE OSTERN!!

Als ich neulich am Weg nach Kitzbühel durch Lienz fuhr erblickte ich das hier.

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Das Auto kommt mit seinen Osterhasen-Ohren - im Fachjargon auch Löffel genannt - so was von putzig daher, dass ich mich kurzerhand dazu entschloss, es für meine virtuellen Ostergrüße zu verwenden. Danke übrigens an Lindt & Sprüngli Österreich die mir das Bild überlassen haben. Ich sage zu diesem Marketing auf vier Rädern jedenfalls WOW! da die Koppelung mit dem Produkt (ihr wißt schon... dem goldigen Hasen) absolut perfekt umgesetzt ist. Najau und den Leserinnen und Lesern dieses Blogs sage ich natürlich Frohe Ostern!

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Montag, 17. März 08

Ö1: Tourismus zum Hören

Der Claim von Ö1 dem mehrfach preisgekrönten Informationssender des Österreichischen Rundfunks "Ö1 gehört gehört" ist legendär gut. Habe zu Mittag gerade aufgeschnappt, dass heute, 17. März 2008 um 18.25 Uhr auf Ö1 ein Journal-Panorama zum Thema "Von Hoffnungsmärkten und Schneekanonen: Tourismus im 21. Jahrhundert" ausgestrahlt wird. Im Beipacktext auf der Homepage heißt es dazu:

Warum reisen Menschen? Und wie bringt man Leute aus aufstrebenden Ländern wie China, Brasilien, Indien oder Russland dazu, ausgerechnet nach Österreich zu kommen? Für unser Tourismusland eine Überlebensfrage.

Ob es dabei auch um den Einsatz von Social Media im Tourismus gehen wird ist gleichermaßen unklar wie im Grunde egal. Ich werde mir die Sendung dennoch anhören Wer weiß. Am Ende lernt man noch was bzw. kann Touristiker mit ihren Sorgen, Ängsten, Nöten - vor allem aber auch mit ihren Hoffnungen, Zukunftsstrategien und Zielsetzungen - besser abholen.

PS: Dass es für den heimischen Tourismus infolge von Klimawandel, Billigfliegerei und eines stark veränderten Kundenverhaltens  längst um existentielle Fragen geht, sollte uns nicht zuletzt nach diesem Schockvideo allen klar sein.

Mittwoch, 12. März 08

Folien zum Thema Internetrecht

Das Thema Recht im Internet ist eine ziemlich kniffelige Materie und kaum spricht man vor Leuten über das Mitmach-Web, kommt - wie das Amen im Gebet - die Frage nach dem Umgang mit Hotelbewertungen. Bewertungen der negativen und verläumderischen Art, versteht sich. Bewertungen die von einem Herrn XY online gestellt wurden, der nachweißlich nie im Hotel genächtigt hat, das er nun online durch den Kakao zieht. Umso besser also, dass ich gestern im Rahmen der GAST in Klagenfurt einem Vortrag von Mag. Martin Sablatnig vom Team Wirtschaftsrecht des Servicezentrums der Wirtschaftskammer Kärnten beiwohnen konnte, der genau dieses Thema behandelte. Sablatnig ist ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Juristerei im neuen Web und hat mir seine Folien dankenswerterweise für den Upload auf Slideshare.net zur Verfügung gestellt.

Was nun Bewertungen auf Portalen wie Tripadvisor, HolidayCheck, Venere oder Booking.com anlangt, ist es zielführend, zwischen

a) Nicht überprüfbaren Werturteilen und
b) Unwahren Tatsachenbehauptungen

zu unterscheiden. Gegen a) kann man genau gar nichts tun. Sich ärgern, ja. Rechtlich wird man hier nichts erreichen. Bei b) gibt es über die Haftung des Forenbetreibers für publizierte Inhalte entsprechende Möglichkeiten (Stichwort Forenhaftung). Als Kommunikations-Mensch rate ich vom Klagsweg, von Abmahnungen und dergleichen jedoch ab. David und Goliath lassen grüßen. Die Grenzen zwischen a) und b) - und darauf hat Sablatnig auch explizit hingewiesen - sind jedoch fließend. Jetzt lassen wir aber besser die Folien "sprechen".

Montag, 10. März 08

Bewertungsplattformen: ÖHV will Mindeststandards

Es ist wirklich spannend, sich die laufende Debatte rund um die Online Hotelbewertungsplattformen anzusehen. Lange Zeit stand die Beherbergungsbranche dem Thema gegenüber wie das Kaninchen der Schlange. Aber es ist schon eine Harte Nuss, mit ansehen zu müssen, wenn einem Gäste beim Auschecken frech ins Gesicht lügen und bestätigen, dass eh alles gepasst hat, und am nächsten Tag vom geschützten Schreibtisch aus den Betrieb mit Schmutz bewerfen. Im besten Fall übrigens handelt es sich dabei um "echte" Kunden, also um Leute die auch wirklich im Betrieb übernachtet haben. Die Österreichische Hoteliersvereinigung (ÖHV) hat sich des Themas nun angenommen und führte für ihre Mitglieder einen Check der wichtigsten acht Online Bewertungs-Plattformen durch.Oehv_2

Auch eine aktuelle OTS-Aussendung  gibt es dazu. Dies mag in mehrer Hinsicht schlau sein. Wichtig ist  jedoch die Tatsache, dass es sich dabei um eine Form der professionellen Auseinandersetzung mit einem Thema handelt (Professionalisierung!), das so irgendwie nicht ins Webdesign, nicht ausschließlich ins Marketing, die PR oder die online Werbung ("aber wir machen eh Google-Ads"...) passen will.

Andererseits macht mir das ganze Geschrei um nicht gerechtfertigte Einträge in Bewertungsplattformen auch Bauchweh. Warum? Weil eine ganze Branche mit dem Mitmach-Web auf die denkbar negativeste aller Arten in Kontakt kommt. Zuerst das Fressen und dann die Moral, klar. Zuerst die Bettenburg voll bist unters Dach und dann können wir immer noch über Kundenbindung, Feedbackmöglichkeiten und Angebotsentwicklung nachdenken. Andererseits stellt sich hier die Frage nach dem Warum. Die Hütte ist eh voll. Wir scheinen also alles richtig zu machen heute. Und warum soll das morgen nicht klappen, wenn es doch heute so gut läuft?!

Der negative Zugang zum Social Web - über ebenfalls möglicherweise negative Kommentare und Bewertungen - hat nämlich einen Haken. Hab ich mir im Social Web einmal eine blutige Nase geholt, hab ich die Ohnmacht gespürt, die einen befällt, wenn man sprichwörtlich wie die Jungfrau zum Kind zu einer absolut üblen Bewertung kommt, dann will ich von den Chancen in den meisten Fällen nichts mehr wissen. Schublade auf, Schublade zu. Basta! User einbinden, nach ihrer Meinung fragen oder gar von Usern (Hotelgästen?) generierte Inhalte in meine Corporate Seite einbinden? Ja spinnt ihr denn alle!!! Und diese Reaktikon ist nur verständlich meiner Ansicht nach.

Ich weiß es ist naiv, einem Hotelier gegenüber zu sagen "sehen sie es doch sportlich und sagen Sie danke für das ehrliche Feedback", wenn ihm von einem "Gast" gerade übel mitgespielt wurde. Ich weiß aber auch, dass Hoteliers, Regionen, ja im Grunde die ganze Reisebranche reiche Ernte einfahren kann, wenn sie Social Media nicht genuin als Bedrohung einstuft, weil hier bekanntlich jeder sagen kann was er will. Ich denke abschließend, dass wir uns neben den Gefahren und rechtlichen Möglichkeiten, neben Forenhaftung & Co eben auch über diese Chancen unterhalten sollten. Darüber, wie wir über die Einbindung von Gästen Nutzen stiften, Kundenbeindung erzielen und möglicherweise den Unterschied machen zwischen dem Görtschitztal, dem Ammergau, oder dem Piemont und dem Billigflieger in die Bettenburg nach Tunesien. Und (auch) darüber würde ich gerne sprechen. Wer noch?

Ähnliche Beiträge zum Thema eTourism:
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Hotel 2.0: Den eigenen Ruf im Auge behalten
Gute Bewertungen leicht gemacht
Hot Topic Hotelbewertungen (Video)
Zu Gast im Lammertal

Mittwoch, 05. März 08

Ein eMail bitte KEINEN Roman!!

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In letzter Zeit mehren sich in meiner Mailbox eMails die mich von ihrer Länge her eher an Kapitel von Romanen erinner, anstatt kurz und knackig zu sein. Ich bin immer wieder überrascht, wie viel Zeit jene zu haben scheinen, die solcherlei Schwarten versenden. Das muss ja länger als eine halbe Stunde dauern, ein solches eMail alleine zu schreiben. Und zehn Minuten (!) es zu lesen. Jetzt sind wir alle neugierig. Branchenkrankheit, eh klar. Aber fünf solcher eMails genügen, dass ich eben nicht mehr die Zeit finde, das eine oder andere von meiner Todo-Liste (jaja... Ed ist altbacken) zu bekommen. Ihr lieben Leute da draußen, schreibt mir eMails. Bitte, bitte, bitte. Aber haltet euch kurz, so wie ich mich kurz halten will. Drei Zeilen das wars (meist). Schreiben wir den Rest doch in unsere Blogs, verkürzen entsprechend oder greifen meinetwegen zum Telefon.

Samstag, 01. März 08

e_Day Kärnten: Das wars / ist's

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So meine Sessions zum Thema online PR sind gelaufen. Mir hat's gefallen aber mein Rücken benötigt einen Masseur, meinen Masseur. Viele Fragen und Antworten, Gespräche und neue Gesichter. Eines davon, Hannes Treichl, spricht gerade. Lese schon jahrelang sein Blog, gesehen haben ich ihn aber erst heute vor 1 Stunde. Jetzt geht's dann noch zur Elefantenrunde die auf das Kommando von Georg Holzer hören wird. Fotos zur Veranstaltung reiche ich hier nach. Auf vielfache Anfrage hier nochmals der letzte Stand der Folien. Danke an alle, die dazu beigetragen haben, dass sie so wurden wie sie heute sind. Ach ja, und wie immer, so auch diesmal gilt: Feedback welcome. Zu den Folien, zur Session und überhaupt!


Nachtrag: Ach ja, und weil jetzt schon die ersten Anfragen zum Katzenvideo bei mir eintrudeln. Hier gehts zum Video!

Dienstag, 19. Februar 08

Feedback welcome: Slides zum Thema online PR

Am 1. März hab ich die Ehre, anlässlich des e_Day der Kärntner Wirtschaftskammer an der Universität Klagenfurt zum Thema online PR zu sprechen. Das wird sicher super. Weniger super ist, dass man dazu Folien benötigt, die stets den Anschein irgendwelcher in Stein gemeiselter Thesen erwecken. Für mich zumindest. Damit dieser Eindruck erst gar nicht entsteht, hier vorab die Folien zur Durchsicht und - hoffentlich - zur Diskussion.

Ich lade wirklich jeden herzlich dazu ein, mir Feedback zu geben. Ich bin mir völlig im Klaren darüber, dass die Folien stark verkürzen und einen wirklich nur kleinen Ausschnitt in die spannende Materie liefern. Die Zielsetzung des Workshops lag und liegt darin, kleinen und mittleren Unternehmen aber vielleicht auch dem einen oder anderen Agenturmenschen einen Einblick in die Welt des Mitmach-Webs zu geben. Also nochmals: Jede Kritik ist willkommen!

Salzburg Land Tourismus goes Web 2.0

Hab heute Vormittag mit Iris Lehner der Projektkoordinatorin von ONE BIG PARK, einem Projekt der Salzburger Land Tourismus Gesellschaft (SLTG) telefoniert. Interessant was denen so alles einfällt, während sich andere Landestourismusgesellschaften so wunderbar selbst beschäftigen. Aber lassen wir das! Laut Lehner ist es ja bislang unique, dass sich eine ganze Landesgesellschaft ins Web 2.0 aufmacht. Ein Grund mehr, sich das Portal mal genauer anzusehen.

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Für mein Dafürhalten steht mal ganz schön viel drauf auf der ersten Seite. Hat man sich von dieser Info-Watsche mal erholt, freut man sich über den links oben auf der Site drapierten Finder, der einen auf ziemlich colle Art und Weise dorthin bringt, wo man hin will. Einfach die Regler verschieben. Nette Funktion. Am Portal kann man natürlich wieder mal alles machen, Bilder hochladen, sich vernetzen, kommentieren, taggen, bewerten, etc. pp.

Interessant für mich war aber der Hintergrund des Projektes, dem einige Marktforschung vorangegangen sein dürfte. Circa ein Jahr lang wurde an der Marke gebastelt, seit Oktober des Vorjahres werken unter anderem die Unternehmen Elements und pinzgau.com an der Umsetzung. Die Strategie der SLT zielt dabei in zwei Richtungen. Einerseits auf das Publikum 50+ andererseits auf die 14 bis 24 Jährige, die man eben mit One Big Park ansprechen will. Interessant ist, dass man durch die Ansprache der Bordergeneration gleichzeitig aber auch etwas für die Silversurfer der Generation 50+ tut. Die kommen nämlich lieber in eine Region die sich "jung" anfühlt und auch das entsprechende Publikum anzieht. Da fühlt man sich halt gleich viel besser respektive jünger wenn man am Lift mit Red-Bull schlürfenden Teens ansteht, klar eigentlich!

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Natürlich setzt man User generierten Inhalt, natürlich will man auch Authentizität und hat sich folglich auch dazu entschlossen, Kommentare beispielsweise zu Hotelbetrieben grundsätzlich nicht zu löschen. Klar ist zumindest meiner Meinung aber auch, dass die Authentizität immer mehr flöten geht, je mehr es um Buchungen und den Verkauf von Peketen geht. Aber laut Lehner droht von dieser Seite her keine Gefahr, da man der Community ein ehrliches  Angebot unterbreitet und dies von Anfang an auch klar kommuniziert.

Interessant auch, wie man die Internet-Generation, die mit ihren Blogs, MySpace, LastFM und Facebook Accounts bekanntlich über das ganze Web verstreut ist zum Wechsel auf One Big Park bewegen will. Open ID, automatischer Daten Import und Export (Content Syndication) - daran wird derzeit noch fieberhaft gearbeitet so fieberhaft dass die Site heute um 12.15h  offline ist - sollen dazu beitragen, die User herbeizukarren und die kritische Masse zu erreichen. Dass das nicht leicht wird, gibt Lehner unumwunden zu, aber man bemühe sich eben.

Auch im Plattform-Marketing wendet sich One Big Park vertrauensvoll an seine User. Die Frage wird sein, ob ihnen das so immer auch recht sein wird. Beispiel: Wenn man auf die Plattform ein Video hochladen wird, wird dieses (so sieht es das AGB vor) von der Plattform für den Zweck des online Marketings genutzt (das kennt man bereits). Was heißt das? Das bedeutet, dass der Content entsprechend adaptiert und dann auch auf einer anderen Plattform gepostet wird bzw. werden kann. Man darf gespannt sein, ob das wirklich alle wollen.

Donnerstag, 14. Februar 08

Social Media anders rum: Blog the Theatre!

Blogthetheatre

Ein interessantes Social Media Projekt läuft derzeit gerade am Schauspeilhaus Graz sowie parallel dazu in Italien, Polen, Rumänien und Ungarn. Es heißt "Blog the theatre" bzw. Blog TXT Festival und bringt Inhalte aus privaten Blogs auf die Bretter die die Welt bedeuten. Der Hintergedanken liegt mit der Erschließung neuer Publikumsschichten und der Entgrenzung des herkömmlichen Zuseherraums auf der Hand. Auf der Homepage des Schauspielhauses Graz heißt es zum Projekt

Dem Lebensgefühl einer internationalen Internetgeneration nachspürend, entstehen im Rahmen des Projekts BLOG THE THEATRE aus multimedialen Internetblogs Theaterprojekte an verschiedenen Theatern in Ungarn, Polen, Rumänien, Italien und Österreich, die im Mai 2008 im Rahmen eines großen Festivals am Schauspielhaus Graz zu sehen sein werden.

Ein Blog dazu gibt es natürlich auch. Die Zielsetzungen des Projektes wird auf der Projektseite so erklärt:

The aim of this project ist to look into the way of thinking of the internet generation in the project's partner countries (Italy, Poland, Romania, Hungary), and to identify and investigate common grounds, differences, claims, ways and questions within the new Wuropean sphere (...). Theatre needs to sense and artistically articulate today’s tendencies and trends in society. The “BLOGTXT Theaterfestival” (under the leadership of the Schauspielhaus GRAZ) intends to create texts for the theatre distilled from private and multi-media internet diaries (“webblogs”) and to dramatise them.

Auch so also kann Social Media, können User generierte Inhalte verwendet, um nicht zu sagen zweitverwertet werden. Für mich ein schönes Beispiel, wie sich ein Theater selbst neu erfinden bzw. sich auf neue Dialogpartner hin ausrichten kann. Meiner Meinung gehört ein gerüttelt Maß an Offenheit und Exerimentierfreudigkeit dazu. Aber anders kommt man als heimischer Kunst- und Kulturbetrieb aus der hauseigenen Wohlfühlzone ja wahrscheinlich kaum heraus.

Mittwoch, 13. Februar 08

ceetobee: Deeskalation als Geschäftsmodell

Ceetobee

Autos tun nicht immer so wie sie sollen. Zickende Zentralverriegelungen die den Lenker aussperren, Sitzheizungen die gleich das ganze Auto abfackeln, so mancher kann davon ein Lied singen. Karl Schniz hat zehn Jahre als Unternehmensberater in der Autoindustrie Erfahrung gesammelt und startet nun mit einem Unternehmen namens "ceetobee - the feedback company" durch. Und das ganze klingt mehr als spannend. Was also tut ceetobee? Auf der Unternehmensseite heißt es dazu: ceetobee

hört zu: als die zentrale Anlaufstelle für alle Themen rund um‘s Auto. Sie haben eine konkrete Beschwerde? Äußern Sie Kritik, Lob, Anregungen und Ideen für Hersteller, Händler, Werkstätten, Tuner, Autogasumrüster, Versicherungen, Mineralölfirmen und die Politik!

ceetobee sorgt in weiterer Folge aber auch dafür, dass Lob oder Kritik auch wirklich dorthin gelangen, wo sie hin sollen. Nämlich direkt zum betreffenden Autohersteller. Das Argument des Gründers und Masterminds ist einleuchtend und interessant zugleich: "Ein Problem löse ich nicht damit, dass ich es im Web diskutiere". Gemeint ist das zB so, dass ein Kunde wie hier geschehen von einer Autofirma mies bahandelt wird und dies in sein Blog schreibt oder anderswo online publiziert. Häufig kann dadurch nämlich wenig bewegt werden. Ok. man hat Dampf abgelassen aber so what?! Schon gar nicht kann damit die Lösung eines konkreten Problems herbeigeführt werden. Das Unternehmen erklärt es so:

ceetobee leitet Ihr Feedback weiter: im Gegensatz zu Blogs und Foren erreicht Ihre Botschaft direkt den Adressaten.Wir informieren Sie über den Übermittlungsstatus, kontaktieren Sie bei eventuellen Rückfragen und benachrichtigen Sie, wenn das betreffende Unternehmen eine direkte Rückantwort an Sie senden möchte. Für Ihr Feedback bekommen Sie Punkte!

Das Geschäftsmodell von ceetobee sieht nun so aus, dass sich Automobilhersteller ein Abo nehmen können, mit dem sie auf die gesammelten und qualitätsgesicherten (also auch gegengecheckten) Infos von ceetobee zugreifen können. Laut Schniz geht es  darum, eine Lösung zu finden, ohne gleich die Eskalationsstufe hinaufzuklettern und an einem Punkt anzukommen, an dem von beiden Seiten her nichts mehr geht.

Ich finde den Ansatz echt interessant. Klar kann man darüber diskutieren, ob Schniz damit recht hat wenn er sagt, dass ein Problem nicht damit gelöst wird, in dem man im Web darüber diskutiert. Ich beispielsweise habe damit schon so manches kleineres Problem zB. am Apple auf 1-2-3 gebacken bekommen. Andererseits ist der Ansatz auch wieder interessant, da er ja impliziert, dass Blogs vor allem im Long Tail nicht immer jene Wirkung erzielen (können), die ihre Verfasser anstreben. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass Unternehmen die hier im Gespräch sind oft nicht im Traum daran denken, an der Diskussion teilzunehmen. Von einer angemessenen Reaktion oder gar einer Problemlösung ganz zu schweigen.

Gesehen bei BrandKraft und Ethority

Donnerstag, 07. Februar 08

Richtig umgehen mit Bloggern: Ogilvy PR macht sich Gedanken

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Ogilvy PR hat sich Gedanken über ein heikles Thema gemacht. Wie soll man mit Bloggern umgehen? Und meist sind es bekanntlich die einfachen Fragestellungen, die sich dann als harte Nüsse herausstellen, die sich in der Realität - sprich im PR-Alltag - scheinbar schwer umsetzen lassen. Aber zurück an den Start. Ogilvy - ich muss bei diesem Namen ja meistens an die Freundin von Wiki denken aber egal - hat Guidelines für den Umgang mit Bloggern herausgegeben. Und das finde ich ja schon mal ziemlich gut. Auch eine große PR-Agentur kann schließlich nicht davon ausgehen, dass alle ihre MitarbeiterInnen Affinität zum Thema Social Media haben. In seinem Einleitungsstatement schreibt Rohit Bhargava, Vice President, Interactive Marketing warum es wichtig ist, den Umgang mit anderen Bloggern zu beherrschen:

One of the more frequent questions clients are asking is how to get bloggers to talk about products, services or ideas.  It can be a tricky question to answer, because bloggers vary so widely in what they write about and how open they are to PR-style pitches.

Das kann ich voll und ganz unterschreiben. Sehn wir uns die einzelnen Richtlinien mal genauer an:

Bevor Sie mit ihnen Kontakt aufnehmen:
Lesen Sie den Blog

nona! Wer über Hundefutter bloggt und mit einer Aussendung über das neueste Computerprogramm belästigt wird, ist sauer. Gut zu wissen also, wen ich hier kontaktiere, worüber er schreibt, etc.

Berücksichtigen Sie Trackbacks und Kommentare
Hm... Ogilvy schreibt dass Blogger ganz verrückt danach wären bzw. dass Trackbacks und Kommentare die nach außen sichtbarsten Zeichen für den Erfolg eines Blogs wären.  Es ist meiner Meinung nicht ganz falsch, tifft aber auch nicht immer und überall zu. Warum? Ich kenne einige Bllogger, denen es total egal ist, ob sie für 100 Leute, für 1.000 oder für sich alleine schreiben.

Blogger sind Experten
Und folglich sollte man sie auch als solche behandeln. Wieder hm... Klar schreiben Blogger zumeist für "ihre" passion based audience. Dass sie dieser Umstand jedoch genuin zu Experten werden lässt, kann ich jetzt nicht voll unterschreiben. Schon gar nicht dann, wenn wir den LongTail nach hinten wandern. Zudem lassen sich die Themengebiete von Bloggern - und damit ihr Expertenstatus - ja auch nicht klar fassen.

Es geht nicht immer nur um die Leserschaft
Also, es geht nicht immer nur darum, ob ein Blogger zB das von der PR-Agentur gelieferte Material dazu nutzen kann, seine Leserschaft auszweiten. Es geht auch darum, dass ihn das betreffende Material persönlich interessiert.

Bloggern gratis Produkte zukommen zu lassen ist ok
Hm... das kann alles auch gewaltig nach hinten losgehen. Beispiele dafür gibt es ja zuhauf. Das klappt wirklich nur dann, wenn man extem darauf achtet, dass alles doppelt und dreifach sauber abläuft und mit keinen wie immer gearteten Abhängigkeiten bzw. Erwartungen einher läuft.

Sein Sie sich darüber im Klaren, wer sonst noch über sie spricht
Klar, ich schicke einem Blogger Unterlagen zu diesem oder jenem Produkt preise es über den grünen Klee, verschweige aber, dass es dazu tonnenweise negativer Foreneinträge gibt.

Vergesssen Sie ihr altes PR-Handwerkszeug nicht
Das ist eine gute Idee. Es kann schließlich kein Fehler sein, über die Mechanismen und Hintergründe klassicher Public Relation(ships) bescheid zu wissen :) Dass all diese schlauen Regeln in der von Ogilvy betreuten Kampagne "Stopp dem Gebärmutterhalskrebs" aber leider für den Kübel waren und hier hier und hier eine Latte nagativer Postings nach sich gezogen haben ist eine andere Sache.

aufgelesen beim PR-Kloster