Für einen Kunden behirne ich gerade Möglichkeiten eines Facebook Engagements. Dabei stellt sich natürlich auch die Frage, ob und wenn ja ab welchem Zeitpunkt eine Landingpage Sinn macht. Bekanntlich lässt sich die User-Experience auf Facebook dahingehend lenken, dass man neue Besucher, sprich (noch) Nicht-Fans auf einen speziellen Reiter schickt. Der Benutzer lernt die Marke so nicht über die Wall kennen, sondern findet eine - auf seine Bedürfnisse hoffentlich gut zugeschnittene - Landebahn vor.
Unternehmen können ganz schön kreativ sein, wenn es um Landingpages geht. Manche gehen dabei klassisch vor. Mit klassisch meine ich, dem Benutzer hier maximal an die Hand zu nehmen, sprich, ihm nicht zu viele Entscheidungs- bzw. Klickmöglichkeiten einzuräumen. Sehr namhafte Unternehmen und Marken gehen davon jedoch ab und präsentieren sich tech- und insbesondere content-savvy Ende nie. Hier wird aus vollen Rohren geschossen, fahren zahlreiche Boxen, Banner und Videos auf, die Benutzer nicht selten gleich wieder wegführen von der Facebook-Site. Natürlich auch eine nicht ganz ungeschickte Vorgangsweise, für die es auch eine reihe von Beispielen gibt.
Häufig werden Landingpages auch dafür angewendet, Nutzer, die über einen Banner, das Suchfeld oder von der corporate Site auf den Facebook Kanal kommen, auf schnellstem Weg zu Fans zu machen. Auch hier zählt wieder die Einfachheit. Auch der dümmste FB Nutzer soll sehen, was die Brand von ihm verlangt. Nach dem Motto: "Klick den Like-Button und alles wird gut!
Für diese Variante bietet sich dann noch die verschärfte Version an. Davon spreche ich dann, wenn wir das ganze ein wenig garnieren und die Landingpage in ein "Forced-Viral" umbaue. Auch das macht natürlich Sinn. Warum sonst spielen viele Radiosender die Hits kurz an, bevor der Werbeblock kommt. Auch hierfür gibt es wie gesagt Beispiele. Schöne und weniger schöne. Ich finde Zwang im Web generell ja nicht so toll. Egal, Microsoft macht das und hängt mir die Karotte hin. Wenn ich exklusive Angebote will, dann muss ich Windows7 liken.
Die Anzahl der Facebook Fans zu steigern, reden wir hier mal nicht um den heißen Brei herum, ist für den Großteil der zahlenden Kundschaft die Messlatte schlechthin. Aus diesem Grund stellt sich die Frage, ob und wann ja ab wann eine Landingpage Sinn macht. Ich habe dazu eine Umfrage erstellt, an der sich bislang 29 Personen beteiligt haben. Danke dafür! Momentaufnahme, eh klar. Wer sich daran noch beteiligen möchte kann dies auf TWTPoll noch bis 30. August 2010 tun. Die mehrheitliche Meinung der Nutzer kommt derzeit noch nicht klar zum Ausdruck.
Interessantes Feedback habe ich jedoch von @profireiser und @BenjaminBuhl erhalten. Laut Profireiser machen Landingpages überhaupt nur dann Sinn, wenn sie teil einer Kampagne sind. Sein im Tweet enthaltener Hashtag #zweckorientiert gefällt mir gut, da er imho auch impliziert, dass der Benutzer von der Landingpage entsprechend profitieren können muss. Eine Page zum Selbstzweck oder zum reinen Sammeln von Nutzern alleine ist sicher zu wenig. Aber auch dafür gibt es sehr prominente Ausnahmen wie zb Red Bull.
Benjamin Buhl argumentiert ähnlich, indem er sagt, Landingpages haben nur zu bestimmten Zwecken Sinn weil die Zahl der Likies (sic!) Quatsch ist. Schöne Sichtweise, die ich gerne unterschreibe. Wichtig ist dann halt bloß, dass der Auftraggeber die Sache auch in der Lage ist qualitativ zu betrachten. WebGuerilliero Jo Wedenig @jowedenigg wiederum meint, dass es auf die Frage Landingpage Ja oder nein überhaupt keine endgültige Antwort geben kann weil es eben ganz darauf ankommt, was man über einen Landing-Tab bewirken, auslösen, transportieren möchte. Wie wahr! Das Thema ist jedenfalls spannend und wird es wohl auch bleiben. Ausnahmen bestätigen die Regel(n), heißt es. Und das Thema Landingpages scheint das wirklich auch zuzutreffen.
Hints: Hier eine Top-Präsentation zum Thema Landing Pages, auf die mich Profireiser aufmerksam gemacht hat. Danke!


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